Freundeskreis für Flüchtlinge in Fellbach

Freundeskreis für Flüchtlinge in Fellbach

Sie haben eine Wohnung und möchten sie gerne an Flüchtlinge vermieten? Wir haben schon 25 Wohnungen gefunden und vermittelt! Einige Vermieter sind sogar erfreulicherweise direkt auf uns zugekommen und haben ihre Wohnung Flüchtlingen zur Verfügung gestellt.
Aber natürlich haben Sie als Vermieter auch Fragen, denen wir hier gerne nachkommen möchten:

Wer sucht eine Wohnung?

Aktuell suchen anerkannte Flüchtlinge aus Syrien eine Wohnung. Außerdem suchen einzelne Asylbewerber, die bereits eine Arbeit gefunden haben und nun aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen, sich eine eigene Unterkunft. Wir suchen sowohl WG-Zimmer, Ein-Zimmer-Wohnungen und Wohnungen für drei- bis siebenköpfige Familien.
Hier in Fellbach in der Asylbewerberunterkunft in der Bruckstraße befinden sich fast ausschließlich junge Männer zwischen 18 und 35 Jahren und ein paar wenige, die schon über 40 sind. Mit der Anerkennung dürfen nun auch Familienangehörige ein Visum beantragen, um zu den Ehemännern und Vätern nach Deutschland nachzureisen. Die Familienväter wünschen sich natürlich, dass sie ihre Frauen und Kinder nicht in einer Notunterkunft begrüßen müssen, sondern hoffen nach der langen Trennungszeit auf ein schönes Heim.


Wo suchen wir Wohnungen?

Alle haben eine sehr lange Flucht hinter sich, sind lange von der Familie getrennt und haben über einen sehr großen Zeitraum keine Sicherheit mehr erfahren. Mit der Anerkennung als Flüchtling, besteht nun nach langer Zeit endlich wieder die Möglichkeit, ein Leben aufzubauen. Mit dem Gefühl, endlich irgendwo mal angekommen zu sein, wünschen sich natürlich alle, hier in der Nähe bleiben zu können. Nochmals neu aufbrechen, wieder neu anfangen, ist ein schwerer Schritt. Sie haben während der langen Wartezeit auf Anerkennung Freundschaften geschlossen, sich zum Teil in Sportvereinen integriert, kennen die örtlichen Gegebenheiten und fühlen sich hier auch wohl. Auch wir vom Freundeskreis möchten sie nicht mehr missen. Und natürlich ist es auch für uns einfacher, sie weiter zu unterstützen und zu beraten, wenn sie hier in der näheren Umgebung bleiben.

Was machen die Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung hier?

Nach ihrer Anerkennung als Flüchtling besuchen sie verpflichtend einen Integrationskurs in Teil- oder Vollzeit, der in erster Linie deutsche Sprachkenntnisse vermittelt, aber auch kulturelle Unterschiede oder hiesige Gepflogenheiten und Werte vermittelt. Wer in Vollzeit eine Arbeitsstelle nachweisen kann, muss den Kurs nicht besuchen, sondern darf sofort loslegen. Alle warten sehnsüchtig auf den Tag, endlich wieder arbeiten und finanziell unabhängig sein zu können!

Wer bezahlt die Miete?

Das Jobcenter übernimmt für die Zeit, in der die Flüchtlinge noch nicht arbeiten können, die Mietkosten, inklusive der Nebenkosten. Die Miete wird direkt vom Jobcenter an Sie überwiesen.
Wenn Sie sich entschieden haben, an einen Flüchtling zu vermieten, begleiten wir vom Freundeskreis den Glücklichen zum Jobcenter und erledigen dort die Formalitäten. Der Mietvertrag muss vor Ort vom Jobcenter genehmigt werden. Dann kann auch der zukünftige Mieter den Mietvertrag unterschreiben und die Sache ist besiegelt. An dieser Stelle fällt unseren Flüchtlingen eine ganz große Last von den Schultern! Das ist immer wieder schön zu sehen!
Die Kaution überweist das Jobcenter an Sie als Vermieter. Der Mieter schließt dann einen Darlehensvertrag mit dem Jobcenter ab und bezahlt das Darlehen in monatlichen Raten (40,- Euro) zurück.

Muss die Wohnung möbliert sein?

Nein, das muss sie nicht. Wir vom Freundeskreis nehmen Möbelspenden entgegen und lagern sie ein, so dass, der neue Wohnungsinhaber sich etwas Passendes aussuchen kann. Wenn das nicht ausreichen sollte, unterstützt auch hier das Jobcenter finanziell ein wenig.
Falls Küchen oder andere Einrichtungsgegenstände vom Vormieter übernommen werden sollen, kann auch das mit dem Jobcenter besprochen werden.

Warum soll ich an syrische Flüchtlinge vermieten?

Vielleicht haben Sie ja einfach nur ein großes Herz, aber es gibt auch praktische Gründe. Wir erleben „unsere" Syrer als sehr rücksichtsvolle und höfliche Menschen, die eine sehr hohe Wertschätzung zeigen und entsprechend pfleglich mit den Wohnungen umgehen.
Es besteht hier sogar Gefahr, dass die schwäbische Hausfrau größtmögliche Konkurrenz erhält: Ein Reinigungshersteller weiß zu berichten, dass ihre Reinigungsgeräte in Arabien höchsten Herausforderungen gegenüberstehen – sie halten den arabischen Putzgewohnheiten kaum Stand! Anstatt nur einmal die Woche durchzuwischen, lässt man es sich in Arabien nicht nehmen, das drei Mal am Tag zu tun!

Mit etwas Glück, kommen Sie in den Genuss der hervorragenden syrischen Küche! Ein absoluter Augen- und Gaumenschmaus!
Und: Sie haben einen ganz wunderbaren Humor!

Begleitet der Freundeskreis die Mieter auch weiterhin?

Ja. Wir bleiben weiterhin Ansprechpartner für Sie und natürlich auch für die Flüchtlinge. Wir erledigen die anfallenden Formalitäten, begleiten sie zu Arztbesuchen und wir sehen und nehmen uns selbstredend alle Zeit der Welt, das komplizierte deutsche Mülltrennsystem zu erklären! Spätestens wenn wir am Ende des Vortrags erklären, dass die Flaschen nun noch nach Farben sortiert und nur zu bestimmten Zeiten in die Container einzuwerfen sind, kennt das Erstaunen keine Grenzen! Ein Familienvater zog – nicht ernsthaft – mit hochgezogenen Augenbrauen in Erwägung, mit dem Boot schnell nach Syrien zurück zu rudern!

Warum wir ein schönes Zuhause wichtig finden?

Wie dankbar jemand für ein neues Zuhause zu sein hat, ist natürlich Ansichtssache. Wir finden, dass Menschen, die ihre eigenen, meist sehr großen Häuser verlassen mussten, die viel Trauer zu verarbeiten haben, die ihr Leben riskierten und nicht wussten, ob sie ihre Familien jemals wiedersehen werden, die nun meist für ein gutes Jahr auf engstem Raum in einem Container mit zwei weiteren Personen ohne jegliche Privatsphäre wohnten, es einfach verdient haben, ja, es sogar notwendig ist, in einer schönen Umgebung leben zu können.

Sie haben noch mehr Fragen?

Schreiben Sie uns eine E-mail oder rufen Sie uns an. Wir freuen uns sehr!
Kathrin Bratenstein und Christina Schwinghammer
wohnungen@freundeskreis-asyl-fellbach.de