Pfarrbüro Mitarbeiter
Die Amtssprache
ist immer und überall Latein
Fünf Pfarramtssekretärinnen organisieren das Gemeindeleben und halten
Seelsorgern den Rücken frei. Im Kreis seiner Pfarramts-sekretärinnen hat Pfarrer
Jens-Uwe Schwab gut lachen.
Die fünf Frauen haben in
den katholischen Pfarrämtern von Fellbach, Schmiden und Oeffingen alles im
Griff. Sie organisieren das Gemeindeleben, Termine, Feste, die
Gemeindeblätter, halten ihm und seinen Kollegen den Rücken frei und sind
dabei auch noch alle miteinander vernetzt.
Auf seine ,,Büromanagerinnen" kann Jens-Uwe Schwab bauen. Zum 1. Juli hat es
allerdings Veränderungen und Neustrukturierungen gegeben. Die Zahl der
Stellen hängt von der Anzahl der Schäfchen ab.
Während die Herde in Fellbach und Schmiden nahezu konstant blieb, schrumpfte sie ausgerechnet in Oeffingen, der einstigen katholischen Trutzburg im protestantischen Württemberg. - Dort wurde deshalb die vorgegebene Stundenzahl vom Bischöflichen Ordinariat von 23 auf 17 reduziert.
,,Wir kommen jetzt insgesamt auf etwa zweieinhalb Personalstellen für die rund 13 000 Katholiken in Fellbach", sagt Pfarrer Jens-Uwe Schwab.
Iris Käppeler hat am 1. Juli im Pfarrbüro der Christus-König-Kirche begonnen. Andrea Wich, die fast elf Jahre in Oeffingen arbeitete, ist ins Pfarramt St, Johannes nach Fellbach gewechselt, wo sie sich eineinhalb Stellen und das Büro mit Brigitte Fahrner teilt. Monika Wanke, seit sieben Jahren mit einer knappen halben Stelle im Pfarrbüro zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Schmiden, hat seit 1. Juli auch einen Arbeitsplatz an der Seite von Iris Käppeler in Oeffingen, für das vom Bischöflichen Ordinariat etwas mehr als eine halbe Stelle genehmigt wurde. Ebenfalls in Fellbach sitzt Maria Elisa Favullo, die sich um die knapp 1900 Mitglieder der italienischen katholischen Gemeinde kümmert.
Nicht nur sie muss häufig das Ausland kontaktieren. In der katholischen Kirche gilt Meldepflicht an die Taufgemeinde. ,,Alles, was passiert, Hochzeit, Geburten, Tod, müssen wir für jeden in seiner Taufgemeinde melden", sagt Monika Wanke, die es aus diesem Grund schon einmal mit Lima zu tun bekam. ,,Die Amtssprache ist aber immer und überall Latein." Weihnachten und Ostern seien die stressigsten Zeiten im Pfarrbüro, sagt Monika Wanke. So gesehen befindet sich das Quintett im Sommer genau zwischen zwei Stresspolen. Doch durch die Stellenreduzierung bleibt auch in den scheinbar ruhigen Phasen kaum Luft. Früher hätten sie mal Zeit für einen Kaffee gehabt, sagt Andrea Wich, die am längsten von allen im Pfarramt arbeitet. Um die wachsende Arbeit auf die weniger Schultern besser verteilen zu können, wurden die Öffnungszeiten aller Pfarrbüros flexibler gestaltet,
,,Wir haben jetzt an allen Tagen feste Zeiten für Publikumsverkehr am Morgen und dazu zweimal bis 18 Uhr geöffnet, damit die Berufstätigen auch die Möglichkeit haben, zu uns zu kommen", sagt Andrea Wich, 40 Prozent der täglichen Arbeit geschieht vor Publikum, alles andere wie Meldewesen, Protokolle, Einladungen und vieles mehr wird außerhalb der Öffnungszeiten erledigt. ,,Schließlich sollen wir so gut es geht dem Pfarrer den Rücken freihalten", sagt Andrea Wich. ,,Und nicht zu vergessen, dass die Frauen die Visitenkarte der Gemeinde sind", sagt Pfarrer Jens-Uwe Schwab.
