Katholische Kirchengemeinde Christus-König Oeffingen

 
 

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1.0 Achim Kern

Pastoralteam -
Pfarrer Robert Ssemogerere

In Deutschland heißt es immer nur: keine Zeit
Pfarrer Robert Ssemogerere aus Uganda

In der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes hilft vom 7. bis 30. September Pfarrer Robert Ssemogerere aus Uganda mit. Der 37-Jährige möchte sich in Deutschland weiterbilden, zunächst fliegt er jedoch am Sonntag zurück in seine Heimatstadt Kampala.

Robert Ssemogereres Eltern sind beide Christen, er hat sechs Geschwister, die alle verheiratet sind. Sein Vater starb bereits, als er noch ein kleiner Junge war. „Aber ich habe Menschen gefunden, die mich unterstützt und mir weitergeholfen haben", sagt er. In Kampala studierte er Theologie und arbeitete in einer kleinen Gemeinde in der Nähe der Hauptstadt. Im Juli kam Ssemogerere auf Einladung der Diözese Rottenburg nach Deutschland, er wirkte in den katholischen Gemeinden von Horb und Weikersheim mit. Seit 7. September ist er in Fellbach in St.-Johannes tätig.

Robert Ssemogerere spricht recht gut Deutsch, er hat es in Uganda am Goethe-Institut gelernt. „Alle Leute hier waren sehr freundlich zu mir", sagt der hochgewachsene junge Mann. In Fellbach wirkte er bei Gottesdiensten mit und hat auch einige Beerdigungen gehalten. „Die Kultur hier ist natürlich ganz anders als in meiner Heimat, aber ich bin flexibel, ich konnte mich gut umstellen", sagt er. Was ihm als besonders großer Gegensatz auffiel: „In meiner Heimat sitzen die Leute oft zusammen und reden miteinander, hier in Deutschland heißt es nur immer: keine Zeit, keine Zeit; höchstens bei Festen oder Geburtstagsfeiern nimmt man sich Zeit füreinander."

Eine große Umstellung war für Ssemogerere das Essen: „Wir essen zwar auch Reis, Nudeln, Fleisch und Fisch, aber der Geschmack der Speisen ist ganz anders." Fast die Hälfte der Bevölkerung in Uganda sei katholisch, sagt der dunkelhäutige Pfarrer, es gibt einige wenige Muslime, und verschiedene amerikanische christliche Kirchen sind vertreten. Ein Großteil der Bevölkerung ist sehr arm. In Deutschland dagegen „gibt es so schöne Gebäude, so viele Schulen und die Möglichkeiten für Ausbildungen sind hier so gut". Viele Kinder in seiner Heimat wachsen auf der Straße auf, weil sie Waisen oder Halbwaisen sind. „Ich freue mich, dass es hier in Deutschland viele gute Menschen gibt, die Patenschaften für afrikanische Kinder übernehmen."

In seinen Zukunftsplänen spielt Deutschland eine große Rolle. Er möchte sich in Psychologie oder Pastoral-Theologie weiterbilden. „Es wäre eine große Chance für mich, hier in Deutschland studieren zu können", sagt er. Einstweilen hadert er aber mit anderen Problemen: „Das Wetter war schlecht zu mir, ich habe seit letzter Woche eine Erkältung", erzählt Robert Ssemogerere dann mit seiner warmen Stimme, die momentan etwas verschnupft klingt.

Fellbacher Zeitung vom 26.09.2007 - Brigitte Hess