Kirchliche Festtage - Fronleichnam
Das Hochfest des Leibes
und Blutes Christi
Der Begriff „Fronleichnam" setzt sich aus den mittelhochdeutschen Wörtern „fron"
(Herr) und „lichnam" (lebendiger Leib) zusammen und steht für das „Hochfest des
Leibes und Blutes Christi". Gefeiert wird die bleibende Gegenwart Jesu Christi
in den eucharistischen Gaben von Brot und Wein, die bei der Heiligen Messe in
den Leib und das Blut Christi verwandelt werden. Beim letzten Abendmahl hat
Jesus diese Gegenwart gegenüber seinen Jüngern verheißen. Zwar wird des letzten
Abendmahls an Gründonnerstag gedacht, weil aber die Karwoche keine Gelegenheit
bot, die Gegenwart Christi in Brot und Wein gebührend zu feiern, ist im
Mittelalter das Bedürfnis entstanden, ein Hochfest des Leibes und Blutes Christi
einzuführen. In Anlehnung an Gründonnerstag wurde der zweite Donnerstag nach
Pfingsten als Termin gewählt.

An Fronleichnam bekennen sich Katholiken zu ihrem Glauben an die Gegenwart Christi, indem sie der Hostie, dem verwandelten Brot, in einer Prozession durch die Straßen folgen. Dabei trägt der Priester das Allerheiligste in der sogenannten Monstranz, einem kostbaren Schaugefäß mit kleinen Glasfenstern. Erstmals bezeugt wurde eine solche Fronleichnamsprozession zwischen 1274 und 1277 für Köln.

